Schlusswort


Die Reise war eine absolut tolle Erfahrung. Ich war mir vorher nicht sicher, ob es alleine eine gute Idee ist, so eine Strecke zurückzulegen. Aber ich bin im Nachhinein froh, dass ich meinen Plan durchgezogen habe. Letztendlich ist mir auf meiner Reise nur Positives widerfahren. Es gab absolut keine Probleme. Das Equipment hat durchgehalten und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.

Es war eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht, und wie glücklich man dennoch sein kann. Wir leben in einer Zeit, wo Jeder ständig erreichbar und vernetzt sein muss, wo man eigentlich niemals richtig abschalten kann. Es ist eine Gesellschaft, in der man von vielen Menschen nur nach Geld und Konsumgütern beurteilt wird. Wir leben in einem Land, wo sich Hartz-4 Empfänger darüber aufregen, wie schlecht es ihnen geht, obwohl sie wahrscheinlich deutlich mehr zum Leben haben, als ein mittelständiger Haushalt in den 60er Jahren.

Ich bin kein anderer Mensch geworden, aber die Reise hat mich viel über mich selbst und meine Umwelt reflektieren lassen. Ich bin froh, dass ich nach der Reise wieder meinen alten Lebensstandard habe, keine Frage – ich habe jedoch realisiert, dass es etwas Besonderes ist, und das man mit auch mit Weniger glücklich sein kann.

Die Reise war außerdem eine neue Erfahrung, in der ich all das geschafft habe, wovor ich beim Lesen anderer Reiseberichte immer sehr viel Respekt hatte. Ich habe mich immer gefragt, wie diese Traveller, größtenteils allein reisend, scheinbar ohne Probleme durch die Welt spazieren, und in vielen Situationen eine Ruhe an den Tag legen, wo man sich als Außenstehender denkt “Ach Du Scheiße, da würde ich mir ganz schön in die Hosen machen!” ;-). Nach dieser Reise kann ich es für viele Situationen nachvollziehen. Die meisten Dinge, die unterwegs so passieren, sind am Ende halb so wild. Manchmal geht eben was schief. Sich aufregen bringt ohnehin nichts :-)

Ich freue mich auf jedenfall schon jetzt auf die nächste Radreise. Ich bin gespannt, welche Abenteuer mich als nächstes erwarten :-).

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht meine Reisereportage zu lesen. Vielleicht konnte ich das Feeling ein bisschen rüberbringen. Wenn Du auch schon länger über eine solche Reise nachdenkst – ich kann nur sagen, plane vernünftig, trainiere vorher, steck genug Geld ein, sodass Du notfalls jederzeit abbrechen kannst, aber am wichtigsten: MACH ES!!!