03.08.2012


Abschied

Mit der Dämmerung erwachen wir aus unserem Tiefschlaf. Wie immer hab ich geschlafen wie ein Igel. Felix liegt noch kurz da, während ich schonmal meine 7 Sachen packe.

Danach heißt es leider Abschied nehmen. Felix hat sich entschieden, noch ein paar Tage weiter Richtung Süden zu fahren. Ich hingegen muss zum Bahnhof und fahre heute zurück bis nach Innsbruck. Aller Abschied fällt schwer, und ich würde am liebsten da bleiben und weiterfahren. Aber es hilft alles nichts, und so steige ich kurze Zeit später in den Zug nach Rimini ein.

Zuerstmal verläuft die Fahrt nach Plan. Das Ticket hatte ich mir an einem SB-Automaten rausgesucht und laut der angezeigten Icons bin ich davon ausgegangen, dass die Fahrradmitnahme kein Problem darstellt. Nach der kurzen Fahrt bis Rimini warte ich auf den nächsten Zug, um den ersten und einzigen Umstieg bis nach Innsbruck hinter mich zu bringen. Pustekuchen! Der Schaffner verweigert mir das Besteigen des Zugs mit Fahrrad. Alles bitten und erklären meiner Situation hilft nichts. Ich muss draußen bleiben :-(.

Ich schaue an die Abfahrtstafel und aufgrund fehlender technischer Hilfsmittel muss ich aufs Verderben heraus einen Zug wählen, wo ich mein Rad mitnehmen kann und gleichzeitig weiter Richtung Norden komme. Meine ganze Hoffnung, gegen 23 Uhr wieder in Erfurt zu sein, schmilzt dahin. So eine Scheiße!

Ich finde einen Zug, der zumindest erstmal bis Bologna fährt. Von da aus will ich weiterschauen, wie ich meinem Ziel näher komme.

Der Zug trifft ein und ich habe es wie immer nicht ganz leicht mit meinem Rad und dem Hänger. Erstmal muss ich schauen, wo sich das Fahrradabteil befindet. Dann muss der Hänger ausgeklinkt werden. Dann wird das Bike ins den Zug getragen. Danach muss ich mich wieder gegen den Menschenstrom nach draußen kämpfen und noch den Hänger reintragen. Eine Schinderei, da nicht viel Zeit ist. Leider hilft mir auch Keiner, aber ich schaff’s auch selbst.

In Bologna schaue ich wieder auf die Abfahrtstafel und stelle fest, dass hier erst heute nacht wieder ein Zug nach Innsbruck fährt. Na geil :-D. Ich habe aber mal wieder absolut Glück im Unglück. Ein anderer Zug fährt bis zum Brenner! Der Zug ist aber erst in knapp 2 Stunden hier, also gehe ich erstmal in die City und verspeise eine Pizza. Frisch gestärkt warte ich am Bahnhof auf den Zug, der schließlich auch eintrifft. Ein weiteres Mal nehme ich die Prozedur auf mich, und bugsiere Fahrrad und Hänger ins Fahrradabteil.

Während der Fahrt schaue ich mir an, wie ich vom Brenner am besten zum Auto komme. Es sind ca. 50 km und es geht größtenteils bergab. Das ist doch mal ne coole Sache :-). Zwischendurch gibt es nochmal Stress mit der Schaffnerin, die sich über mein Rad und den Hänger aufregt. Die italienischen Züge haben an der Decke eine Art Fleischerhaken, wo man das Rad einhängen soll. Das Ding besteht aus blankem Metall und man hängt das Rad an der Felge dran auf. Zähneknirschend (weil mehr Platz als genug ist, um das Fahrrad einfach mal stehenzulassen) hänge ich das Rad dort ein und lege vorher noch ein Tuch zwischen Felge und Fleischerhaken.

Nach mehreren Stunden erreiche ich den Brenner. Ich helfe den anderen Radfahrern mit ihren Bikes, da meins ganz hinten steht. Mir hilft natürlich mal wieder niemand, aber da habe ich mich längst dran gewöhnt. Vielleicht stinke ich einfach zu sehr :-D

Schnell hänge ich den Trailer wieder ein und geb Vollgas Richtung Innsbruck. Es wird in ca. 1,5 Stunden dunkel! Ich hänge mich bergab hinter einen LKW und durch den Windschatten komme ich einen Großteil der Strecke sehr gut voran, zeitweise mit 70 Sachen, wo mir mit dem Trailer langsam Angst und Bange wird :-)

Ich erreiche Innsbruck vor Einbruch der Dunkelheit und mache mich schnurstracks auf zum Auto. Im Flughafen wasche ich mich erstmal gründlich auf der Toilette :-D. Dann zahle ich die Parkhausgebühren. Mein Auto springt glücklicherweise an, und ich fahre 22 Uhr aus Innsbruck ab Richtung Heimat.

Da ich zwischendurch kaum noch die Augen offen halten kann, mache ich noch ein Nickerchen auf einem Autobahnparkplatz. Eine Stunde genügt, dann fahre ich weiter. Morgens um 5 erreichen ich vollkommen fertig Erfurt und das einzige was mich jetzt noch interessiert ist mein Bett, in dem ich direkt in den Tiefschlaf falle :-)

Tja, die Reise ist nun leider vorbei :-(

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