Überholung Innenraum


Mit der Fertigstellung des Getriebetunnels war ein Meilenstein bei der Restauration geschafft. Danach konnte es nun mit der allgemeinen Überholung des Innenraums weitergehen.

Den Innenraum hatte ich ganz zu Anfang der Restauration bereits komplett entkernt. Er bestand im wesentlichen aus vernieteten Aluminiumprofilen, die mit einem dunkelgrauen Teppich bezogen waren. Der Teppich war an allen Ecken und Enden verschlissen und die Farbgebung war auch nicht der Hit. Nach Herunterreißen vom Teppich musste ich feststellen, dass der Klebstoff nach mehr als 30 Jahren kaum mehr vom Alublech zu lösen war. Also entfernte ich gleich mal die Seitenverkleidung komplett bis auf den Rahmen, da ich diese später aus neuen Aluprofilen neu bauen wollte.

Die Rückwand und der Boden wurden mit Bohrmaschine und Drahtbürstenaufsatz aufwendig abgeschliffen. Diese Prozedur (inklusive nachschleifen mit 80/120/180er Körnung und Mattierung mit 1000er Schleifpaste) nahm gut und gern 10 Arbeitsstunden in Anspruch (!). Und es war eine richtige Scheißarbeit. Danach sah das Blech aber schonmal ganz passabel aus.

Dann erfolgte der Zuschnitt der neuen Seitenteile. Ich entschied mich für 0.8mm Aluminium, um Gewicht einzusparen.

Bevor die Seitenteile richtig eingebaut werden konnten, musste ich aber erstmal eine Lösung für den unschönen Übergang von Seitenteil zu Rückwand finden. Das Problem war hier schlichtweg die Form des Rahmens. Bei einem geraden Übergang hätte ich einfach ein Aluprofil einfügen können. Hier galt es jedoch, einen horizontalen Knick und eine Rundung zu überbrücken. Um das Ganze optisch ansprechend hinzubekommen, entschied ich mich für den Einsatz von 3mm lichtbeständigen und schwarz durchgefärbten PVC-Platten. Diese lassen sich warmformen und stellten optisch einen schönen Übergang zu der, ohnehin aus GFG bestehenden, Kotflügeleinfassung her. So zumindest der Plan :-).

Erst wurde die PVC Platte grob anhand einer Schablone zugeschnitten. Da ich noch nicht sicher war, wie sich das Material beim Verformen verhält, hatte ich somit einen Überstand an Material, den ich nach dem Verformen abeschneiden konnte.

Das ausgeschnittene Material wurde am Fahrzeug angehalten. Wichtig war erstmal, dass das Teil an der Rückwand und am Übergang zum Boden exakt passt. Somit hatte ich einen festen Anhaltspunkt und musste mich nur noch um die Oberkante und die Vorderseite “kümmern”.

Erschwerend kam nun hinzu, dass die Verschraubung der Hinterachsschwinge im Weg war. Nach Ausmessung wurden mittels Forstnerbohrer 30mm Ausschnitte hierfür gebohrt.Kleiner Tipp am Rande: Forstnerbohrer beidseitig verwenden, sprich von jeder Seite des Materials ungefähr die Hälfte vorbohren. So erhält man einen perfektes Schnittbild.

Nun wurde mit einer Heißluftpistole das PVC gebogen. Hier kann man sehen, wie bereits die Wölbung im unteren Teil Form annahm. Weiterhin wurde die Vorderkante (zum Einstiegsbereich hin gerade abgeschnitten.

Nach weiteren Arbeiten mit der Heißluftpistole war das PVC soweit eingepasst, dass die Oberkante bündig abgeschnitten werden konnte.

Der Kunststoff konnte daraufhin angenietet werden.

Jetzt war die Beifahrerseite an der Reihe und wurde ebenso bearbeitet.

Ein Probeeinbau der Sitzflächen sah schonmal sehr vielversprechend aus. Der Schrotthaufen war jetzt auf dem besten Wege, wieder ein Auto zu werden :-)

Weiter ging es mit dem Bodenblech. Hier wurde Metallschutzfarbe verwendet, um Rahmen und Alublech vor Verwitterung zu schützen.

Danach wurde der Rahmen an den offenen Stellen mit Unterbodenschutz versehen.

Anschließend wurden die Seitenteile zugeschnitten und eingepasst. An der Gurtaufnahme wurde eine Aussparung eingebracht.

Auch im Fußraumbereich wurden entsprechende Kunststoffteile zugeschnitten und mit Montagekleber befestigt:

Bei diesem Anblick fühlt man sich doch schon fast wie zuhause im Wohnzimmer :)

Jetzt wurden noch die Fußmatten zugeschnitten (eigentlich ein missbrauchter Fußabtreter).