Bau des Getriebetunnels


…was tut man nicht alles, um dem Original möglichst nah zu kommen. Mein Plan war ja eigentlich, den alten Getriebetunnel aus GFK einfach mit Leder zu überziehen, was sicherlich eine einfache und optisch ansprechende Sache gewesen wäre. Nun ist es aber so, dass der originale Lotus Super Seven (teilweise) einen Getriebetunnel aus Aluminium hat, handgearbeitet, vernietet, aufpoliert. Als ich das gesehen hatte, war mir sofort klar, den Nachbau des Getriebetunnels muss ich unbedingt versuchen. Ohne so wirklich geeignetes Werkzeug und ohne Vorkenntnisse war ich gespannt, was dabei herauskommen würde…

Ich machte mir ein paar Gedanken und bestellte daraufhin 6 m² (4 m² 1.5mm; 2 m² 0.8mm) Alu. Natürlich brauchte ich keine 6 m² für den Tunnel, aber es standen auch noch andere Arbeiten an, und für alle Fälle hätte ich noch genug Material für einen zweiten Versuch.

 

Als erstes wurde der Innenraum entkernt, und Kleberreste, Dreck usw. abgebürstet. Eine Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nahm:

 

Die Kardanwelle wurde bei der Gelegenheit entrostet und mit Rostschutz versiegelt:

 

Die Bleche wurden mit einem Bürstenaufsatz gereinigt, da hier überall Kleberreste von der alten Innenverkleidung zu finden waren:

 

Zuerst habe ich ein Stück 0.8mm Alublech ausgesägt. Dieses Blech sollte eine Biegung von 180° erhalten und für den oberen Teil des Tunnels genutzt werden:

 

Das Blech wurde von Hand gebogen und mittels Gummihammer vorsichtig in die endgültige Position gebracht:

 

Mit einer Blechschere wurde das vordere Ende angeschrägt und mit Kerben versehen:

 

Soweit so gut. Nun kam der komplizierte Part. das vordere Ende des Getriebetunnels wird trapezförmig breiter und die Bleche müssen mit einer gewissen Biegung versehen werden. Dies lässt sich nur durch die Anfertigung von 3 einzelnen Teilen bewerkstelligen, die dann miteinander vernietet werden. Hier die 3 Bleche, in Form gebracht:

 

Nachdem die Passgenauigkeit zufriedenstellend war, wurden die Bleche vernietet und mit dem Tunneloberteil verbunden. Außerdem wurden die Seitenteile (aus 1.5mm Alublech) zugesägt und vernietet:

 

Als nächstes habe ich die Aussparung für den Schaltsack gebohrt. Mittels Blechschere wurde das Metall herausgetrennt.

Danach wurde das Loch noch mit Feile und Sandpapier entgratet.

 

Nun musste ich mir was einfallen lassen, um den Schaltsack zu befestigen… ich kam auf eine recht simple Lösung, bei der ich nur noch einen weiteren Ring aus Aluminium anfertigen musste. Über diesen Ring sollte dann der Schaltsack drübergestülpt werden. Diese Verbindungsart hat außerdem den Vorteil, dass sie nicht sichtbar ist und damit sehr sauber und elegant.

Aber eins nach dem anderen. Zuerst habe ich den Aluring angefertigt und in Form gebogen (der linke Ring war der erste Entwurf, bevor ich auf die Idee mit dem Überstülpen kam).

Hier sieht man wie der Schaltsack über den Ring später übergestülpt werden soll:

Bevor es losgehen konnte, wurde vorgebohrt. Damit der Ring beim Vorbohren nicht verrutscht, habe ich jedes gebohrte Loch sogleich mit einer Niete fixiert. Dann kann später nix schiefgehen :)

Dann habe ich den Tunnel noch mit 600er Schleifpapier behandelt…

… und aufpoliert. Denn: Durch das Gebastel waren mittlerweile ein paar ziemlich hässliche Kratzer vorhanden. Das Aufpolieren wollte ich dann doch ganz gern noch vor der Schaltsack- und Endmontage erledigt haben. Dennoch habe ich mein Augenmerk beim Polieren erstmal auf die später schlecht zugänglichen Stellen und das Areal um den Schaltsack gelegt, denn es dauert ansonsten ein paar Stunden, bis man den kompletten Tunnel perfekt bis auf Hochglanz poliert hat… das kann ich mir für die leicht erreichbaren Stellen auch noch für später aufheben… ;)

Zu guter Letzt wurde der Schaltsack auf den Aluring gestülpt. Dieser wurde an die richtige Position gebracht. Der Akkubohrer wurde genutzt um durch die bereits gebohrten Löcher im Metall noch den Schaltsack aufzubohren, damit die Nieten durchgehen. Dann wurden die Nieten gesetzt. Der Schaltsack hält durch den Aluring richtig gut. Auch optisch ist die Sache ganz gut gelungen:

 

Nach dieser Aktion war der Getriebetunnel soweit erstmal einbaufertig. Vorher wurde erneut vorpoliert:

Danach wurde der Tunnel eingebaut. Das Vorderteil (Richtung Motorraum) wurde mit Blechstreifen und Nieten direkt am Fahrzeugrahmen angeheftet. Auch entlang der Unterseite wurde der Tunnel mit dem Rahmen verbunden. Das gab dem Ganzen dann schon ordentlich Stabilität:

Nun fehlte noch das Abschlussblech, bzw. ein Konstrukt aus mehreren Blechen, das den Tunnel Richtung Differential abschließen sollte. Dazu wurden nach Anfertigung von Pappschablonen Seitenbleche aus 1.5mm Alu geschnitten und ein Oberteil aus 0.8mm (für das Oberteil wurde dünneres Blech genommen, weil die Biegung sonst per Hand nicht so schön geworden wäre).

Leider fehlt von den darauffolgenden Arbeiten Bildmaterial, weil mein Handyakku schlapp gemacht hat. Weiterhin wurde noch ein neuer Schaltknauf montiert. Im fertigen Zustand sah das Ganze dann so aus:

 

Der Tunnel muss bei Gelegenheit nochmal ein wenig aufpoliert werden. Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es war sehr viel Aufwand, und glücklicherweise passt alles absolut exakt :)

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